Systematisches Energiemanagement senkt Verbrauch
KVP, Digitalisierung, Energiemonitoring, Abwärmenutzung, LED-Umrüstung und Lastspitzenmanagement senken Kosten
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Einsparung Strom Hallenbeleuchtung
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Einsparung Gas Warmwassererzeugung
m3/a
Einsparung Papier
Die Gesenkschmiede Schneider GmbH wurde 1891 gegründet und hat ihren Sitz in Aalen. Mit rund 340 Mitarbeitenden fertigt sie geschmiedete Sicherheitsteile und komplexe Schmiedekomponenten sowie bearbeitete Bauteile u. a. für die Fahrzeugindustrie, den Maschinenbau und Großmotoren. Die Jahreskapazität liegt bei circa 55 000 Tonnen.
Gesenkschmieden ist ein energieintensiver Prozess. Mit einem Maßnahmenpaket aus LED-Beleuchtung, Wärmerückgewinnung, Lastspitzen- und Energiemanagement konnten große Einsparungen erzielt werden. Zur Steigerung der Materialeffizienz wurde darüber hinaus ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) eingeführt.
Ausgangssituation
Die Gesenkschmiede Schneider hat sich im Rahmen der zertifizierten Umwelt- und Energiemanagementsysteme für einen KEFF+Check entschieden, um weitere Impulse für die Optimierung zu erhalten. Beim Check wurden im Betrieb insbesondere die hohen Potenziale zur Wärmerückgewinnung identifiziert. Auch bei der Beleuchtung wurde Potenzial bei alten Leuchtmitteln erkannt. Im Bereich der Materialeffizienz wurden Hinweise zur digitalen Belegführung gegeben sowie angeregt, weitere Maßnahmen zur Optimierung des Materialflusses zu ergreifen.
Lösung
Die Anregungen wurden gut aufgenommen und es wurde gleich ein Bündel an Maßnahmen angestoßen. Zur Steigerung der Materialeffizienz wurde das interne Änderungsantragsverfahren digitalisiert und kann dadurch effizienter durchgeführt werden. Um weitere Impulse aus der Belegschaft zur Steigerung der Ressourceneffizienz zu setzen, wurde ein entsprechender KVP eingeführt.
Im Bereich Energie wurden folgende Projekte umgesetzt: Die Beleuchtung wurde in den Werksteilen Pressenschmiede, Hammerschmiede und Trennerei auf LED umgestellt. Die Kompressorenabwärme wird in den Bereichen Hammerschmiede, Mechanische Bearbeitung und Endfertigung zur Warmwasseraufbereitung genutzt.
Das vorhandene Lastspitzenmanagement wurde modernisiert. Durch die Einführung eines Energiemonitorings sollen Prozesse weiter energetisch optimiert werden, insbesondere im Bereich Schmiedetemperatur.
Weitere Planungen
Die Umstellung auf LED wird auch in den Bereichen Werkzeugbau, Mechanische Bearbeitung und Versandhalle ausgerollt.
Ein Projekt zur Rückgewinnung von Abwärme aus Schmiedeteilen wurde angestoßen, das ein Potenzial von ca. 1500 Megawattstunden pro Jahr rückführbarer Wärmeenergie aus bearbeiteten Schmiedeteilen bietet, das zur Stromgewinnung genutzt werden soll. Da es sich dabei um einen neuen und komplexen Ansatz handelt, wurde für das Projekt eine ZIM-Förderung beantragt und genehmigt.
Ergebnis
Die Digitalisierung des Änderungsantragsverfahrens wird zu einer Einsparung von ca. 0,125 Kubikmeter Papier führen. Durch die Einführung des KVP im Bereich Materialeffizienz werden Metalleinsparungen erwartet, die jedoch noch nicht genau erhoben sind. Der Stromverbrauch der Hallenausleuchtung in den Produktionsbereichen Hammerschmiede, Pressenschmiede und Trennerei wurde um 75 Prozent (298 Megawattstunden pro Jahr) gesenkt. Ebenfalls wurde der Erdgasverbrauch zur Warmwassererzeugung (Gebäudeheizung und Brauchwasser) in vier Abteilungen durch die Wärmerückgewinnung um 80 Prozent (ca. 655 Megawattstunden pro Jahr) gesenkt.
Durch das verbesserte Lastspitzenmanagement wurde von 2023 auf 2025 eine Absenkung der Lastspitzen von 9600 Kilowatt auf 8200 Kilowatt realisiert.
Ansprechpartner
Gesenkschmiede Schneider GmbH
Ulmer Strasse 112
73431 Aalen
Deutschland
Auszeichnungen