Materialeffizienz mit Nesting & Reststückenutzung
Digitales Tool für die Optimierung von Zuschnitten und Reststückehandling – ein gutes System wird besser
PC farblos
Acrylglas
PET
Die Pohl & Dietz GmbH wurde 1983 gegründet und hat ihren Sitz in Weinstadt bei Stuttgart. Das Unternehmen ist in der Kunststoffverarbeitung tätig und spezialisiert auf spanende und spanlose Verfahren sowie auf Schweißen, Biegen und Kleben. Gefertigt werden Bauteile aus hochwertigen Thermoplasten, darunter Prototypen, Einzelteile und Kleinserien. Zum Angebot gehören auch Folienprodukte sowie anwendungsbezogene Lösungen für Industrie und Technik.
Reststücke aus der Produktion wurden bereits gesammelt und weiterverwendet. Durch die Einführung einer digitalen Zuschnittoptimierung und Lagerverwaltung können nun die optimalen Teile für einen Auftrag automatisch identifiziert werden. Der Verschnitt wird reduziert, die Materialausnutzung maximiert. Im Jahr 2025 gehörte Pohl & Dietz zu den Finalisten beim Gipfelstürmer-Award.
Ausgangssituation
Bei der Bearbeitung von Kunststoffen für die Kundenaufträge fällt regelmäßig Verschnitt von Stangenware und Kunststoffplatten an. Diese Reststücke wurden bereits gesammelt, gelagert und wieder der Produktion zugeführt. Dies führte zu einem sehr hohen und auch unübersichtlichen Lagerbestand. Die Mitarbeitenden mussten entweder lange im Lager suchen oder fanden nicht das optimal zu einem Auftrag passende Reststück. Gleichzeitig wurden vorhandene Reststücke oft nicht schnell gefunden oder sogar übersehen, was wiederum zu einer nicht optimalen Materialausnutzung und zu unnötigen Abfällen führte. Beim KEFF+Check fielen zudem noch Arbeitsplätze auf, die nicht optimal ausgeleuchtet waren. Im Druckluftnetz wurde auch noch Optimierungspotenzial gesehen.
Lösung
Die Impulse aus dem KEFF+Check wurden aufgenommen und in unterschiedlichen Projekten umgesetzt.
Maßnahmen zur Steigerung der Materialeffizienz
Nach dem KEFF+Check hat sich das Unternehmen für eine neue Software entschieden, die dabei hilft, so wenig Reststücke wie möglich zu produzieren. Gleichzeitig werden die Reststücke so organisiert, dass sie nicht nur physisch wiedergefunden werden, sondern auch aktiv vom System als „Rohware“ berücksichtigt werden. Die Reststücke werden besser genutzt, da sie passgenauer zu den Aufträgen gefunden werden. Die Software unterstützt die optimale Plattenaufteilung und stellt sicher, dass die Platten maximal ausgenutzt werden. Dadurch muss das Unternehmen weniger Material bestellen, es entsteht weniger Abfall und die Suchzeiten werden reduziert. So konnte die ursprünglich schon gute Idee der Weiterverwendung von Reststücken noch wesentlich verbessert werden.
Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz
Umrüstung auf moderne LED-Beleuchtung und Druckluftmanagement:
Die gesamte Beleuchtung wurde auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt. Dadurch werden nicht nur der Stromverbrauch und die Betriebskosten signifikant gesenkt, sondern auch die Arbeitsbedingungen durch bessere Ausleuchtung verbessert.
Durch gezielte Sensibilisierungskampagnen und Weiterbildungen wurde bei den Mitarbeitenden das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Ressourcen geschärft. Das Druckluftsystem wurde optimiert. Leckagen wurden identifiziert, behoben und die Leitungsführung an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Es wurde in einen effizienten Schraubenkompressor investiert, zusätzlich wird in zwei neuen Druckluftbehältern Druckluft vorgehalten um hohen Bedarf zu puffern.
Weitere geplante Maßnahmen
Geplant ist eine energetische Dachsanierung mit statischer Ertüchtigung für die Installation einer PV-Anlage, die dann gleich im Anschluss installiert werden soll. Die alte Ölheizung soll durch eine neue und effizientere Anlage ersetzt werden. Auch zur Reduktion des Frischwasserverbrauchs ist ein Projekt in Planung.
Ergebnis
Die Einführung der Software führte zu einer deutlichen Abfallreduzierung: Die Effizienz wurde um 40 Prozent erhöht und der Materialabfall um bemerkenswerte 25 Prozent reduziert. Optimale Materialausnutzung: Durch die Software wird jede Platte möglichst effizient genutzt, wodurch unnötiger Verschnitt vermieden wird.
Weniger Materialbedarf: Reststücke werden optimal genutzt, sodass weniger Neuware benötigt wird.
Kürzere Suchzeiten: Die Digitalisierung des Lagers sorgt dafür, dass das benötigte Material schnell gefunden wird – Suchzeiten im Lager sind drastisch gesunken. Höhere Prozesssicherheit: Planung und Materialnutzung sind transparenter, Fehlerquellen wurden minimiert. Durch effizienteren Materialeinsatz werden Ressourcen und Umwelt nachhaltig geschont. 3 Tonnen farbloses PC, 1,8 Tonnen Acrylglas und 0,8 Tonnen PET können pro Jahr so eingespart werden.
Der Stromverbrauch konnte durch die LED-Beleuchtung stark reduziert werden und das bei verbesserter Ausleuchtung, was gerade an kritischen Arbeitsplätzen die Qualität verbessert. Durch die Mitarbeitersensibilisierung konnte zusätzlich an vielen Stellen der Energieverbrauch gesenkt werden.
Ansprechpartner
Pohl und Dietz GmbH
Ritterstr. 2
71384 Weinstadt
Deutschland