Konsequent auf dem Weg zur Ressourceneffizienz
An vielen Stellen hat der Familienbetrieb Verbesserungen umgesetzt und noch viel mehr geplant
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Lack gespart
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Strom gespart
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Gas gespart
Die Hodapp GmbH & Co. KG mit Sitz in Achern (Baden-Württemberg) ist ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen in vierter Generation und seit 1946 auf die Entwicklung, Fertigung und Montage von Spezialtüren, Toren und Sonderkonstruktionen aus Stahl und Edelstahl spezialisiert.
Mit 244 Mitarbeitenden, einer Produktionsfläche von über 20.000 m² und drei Tochtergesellschaften in Österreich, der Schweiz und Frankreich beliefert das Unternehmen Kunden aus Industrie, Gewerbe, Infrastruktur- und Sicherheitsbereichen im In- und Ausland.
Zu den Kernkompetenzen zählen die Entwicklung kundenspezifischer Tür- und Torsysteme, moderne CNC-Blechtechnik, Schweißtechnik sowie die komplette Projektabwicklung von der Konstruktion bis zur Montage und Wartung.
Das Unternehmen setzte Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen um. Sowohl auf und am Gebäude wie auch in der Produktion wurde Verschiedenes ausgetauscht, verbessert, optimiert und ergänzt.
Ausgangssituation
Das Unternehmen legt seit vielen Jahren Wert auf eine fortlaufende Verbesserung der Ressourceneffizienz. Der KEFF+Check im Mai 2024 brachte neue Impulse, so dass weitere Maßnahmen umgesetzt werden konnten.
Lösung
Materialeffizienzmaßnahmen
Das Unternehmen lackierte bis 2024 im Naßlackier-Verfahren ohne elektrostatisches Lackieren. Aufgrund der Umstellung auf elektrostatisches Lackieren konnten durch das gezieltere Übertragen von Lackpartikeln auf das Werkstück die Lackverluste (Overspray) um rund 30 % verringert werden.
Es wurde begonnen, den Maschinenpark zu modernisieren und in Teilen durch Retrofit weiterzunutzen. Eine Gesenkbiegepresse wurde technisch erneuert. Eine bestehende Presse wurde durch eine kleinere, bedarfsgerecht dimensionierte Gesenkbiegepresse ausgetauscht. Gleichzeitig wurden sämtliche Exzenterstanzen ausgemustert. Die neue Laser-Stanzmaschine besitzt einen höheren Automatisierungsgrad; die vorhandene Laser-Stanzmaschine bleibt als Redundanz bestehen. Darüber hinaus wurde eine neue CNC-Fräsmaschine gegen die alte ineffiziente Fräsmaschine ausgetauscht.
Energieeffizienzmaßnahmen
Eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 513 kWp wurde installiert und Anfang des Jahres 2026 in Betrieb genommen. Der selbst erzeugte Solarstrom soll den externen Strombezug, die Energiekosten und die betriebsbedingten CO₂-Emissionen reduzieren. Die neu gebauten Ladesäulen nutzen den Eigenstrom.
Zur Verbesserung der Datengrundlage wurden 2024 fünf zusätzliche Wärmemengenzähler, zwei Gaszähler und eine Strommessstelle für die Laser-Stanzmaschine in Betrieb genommen. Parallel begann die Einführung einer LCN-basierten Gebäudeautomation, in die unter anderem Beleuchtung, Heizung und Türkontakte eingebunden werden. Als Softwarelösung für ein ganzheitliches Energiemonitoring wurde eine Energiesoftware ausgewählt. Die vollständige Einrichtung und Integration erfolgte ab 2026. Die kontinuierliche Auswertung der Energieverbrauchsdaten ermöglicht es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen, Einsparpotenziale zu identifizieren und den Erfolg umgesetzter Maßnahmen nachvollziehbar zu bewerten.
Das Flachdach einer Fertigungshalle wurde saniert und dabei gedämmt, Die Klimageräte wurden durch effizientere ausgetauscht.
Bereits vor dem KEFF+Check wurden die Druckluftkompressoren und die -steuerung erneuert. Nach dem KEFF+Check wurde die Druckluftversorgung mehrfach überprüft und vorhandene Leckagen beseitigt. Die regelmäßige Auswertung und Beseitigung von Druckluftleckagen werden dauerhaft fortgeführt. Auch das Angebot eines Bikeleasings für Mitarbeitende besteht schon seit einigen Jahren.
Die Betriebseinstellungen des bereits vorhandenen BHKWs wurden optimiert.
Ergebnis
Insgesamt konnten 6 % Strom gespart werden. Dies resultiert anteilig durch die Maßnahmen im Maschinenpark mit 3,5 % Strom, den Austausch der Klimageräte mit 1 %, die Druckluftoptimierung mit 1 % sowie die Optimierung des BHKW mit 0,5 %. Es wurden rund 5 % Gas durch die Dämmung des Flachdachs gespart sowie 0,5 % ebenfalls durch die Optimierung des BHKW.
Den eingeschlagenen Weg will das Unternehmen in den nächsten Jahren weiterführen. Eine wichtige Grundlage für alle weiteren kurzfristig wirksamen Verbrauchsoptimierungen und langfristigen Investitionen ist das eingeführte Energiemanagement. Folgende Maßnahmen sind bereits geplant: Elektrifizierung der Stapler, Neubau Verwaltungsgebäude und Umstellung der Heizung sowie regelmäßige Wartungen.
Eine weitergehende Optimierung ist ab 2027 mit der vorgesehenen Zentralisierung der Lackieranlage und deren besserer Abstimmung mit den Blockheizkraftwerken geplant. Durch kürzere Reaktionszeiten und geringere Wärmeverluste wird ein Einsparpotenzial von rund 15 Prozent des Gasverbrauchs im betreffenden Bereicherwartet.
Ab 2027 soll die Photovoltaikanlage erweitert und ein Stromspeicher eingesetzt werden. Damit sollen der Eigenverbrauchsanteil erhöht und Lastspitzen bzw. zeitliche Unterschiede zwischen Stromerzeugung und Strombedarf besser ausgeglichen werden.
Kontakt
Hodapp GmbH & Co. KG
Großweierer Straße 77
77855 Achern
Deutschland