Küffner Gebäude
Erfolgsbeispiel

Holz-Hybridbauweise mit viel Potenzial

Ökologische Bauweise und Prozessoptimierung kombiniert verschiedene Baustoffe nach deren optimaler Funktion

Schlüsseltechnologien

  • Energieerzeugung und -speicherung
  • Erneuerbare Energien
  • Wärmeerzeugung
  • Elektrifizierung von Prozessen
  • Speichertechnologien
  • Energieeffizienz
  • Energieeffiziente Gebäude
  • Abwärmenutzung
  • Rohstoff- und Materialeffizienz
  • Alternative Rohstoffe
  • Zirkuläres Wirtschaften
  • Digitale und organisatorische Lösungen

Industry

  • Metallerzeugnisherstellung
Stand:
400 kg

weniger Papier

63 kWp

zusätzliche PV auf insgesamt 174 kWp

13.500 l/a

Heizöl ersetzt durch Einsatz von 4 Wärmepumpen à 18 kW

150 m3

Beton eingespart durch Holz-Hybrid-Bauweise

Logo Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG
Firmenname:
Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG

Die Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG mit Sitz in Rheinstetten ist seit der Erfindung der Aluminiumzarge durch Reinhold Küffner im Jahr 1972 auf die Entwicklung und Fertigung von Türzargen aus Aluminium, Türsystemen und Profilen für den Innenausbau spezialisiert. 

Das Unternehmen beschäftigt heute ca. 40 Mitarbeitende und beliefert das Handwerk über den Fachhandel. Ansprechpartner sind insbesondere Architekten und Planer sowie Bauherren von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen sowie Kunden im hochwertigen Objekt- und Wohnungsbau. 

Aluminium zeichnet sich durch seine Langlebigkeit, Korrosionsbeständigkeit sowie hohe Recyclingfähigkeit aus. Neben funktionalen Gründen zählen insbesondere gestalterische Aspekte für den Einsatz von Holz- und Glastüren mit Aluminiumzargen. Die Oberflächen der Profile werden werkseitig eloxiert oder pulverbeschichtet. 

Küffner setzt bei der Herstellung seiner Profile zu 80 Prozent auf Sekundäraluminium und verwendet für Primäraluminium ausschließlich erneuerbare Energien.

Nach den guten Erfahrungen mit der Produktionshalle, welche die KfW 40-Anforderung erfüllt und zertifiziert wurde, sollten auch für das neue Bürogebäude viele ressourceneffiziente Maßnahmen umgesetzt werden. Darüber hinaus wurde in der Produktion der Ressourceneinsatz weiter optimiert.

Ausgangssituation

Küffner setzte bereits vor dem KEFF+Check auf einen nachhaltigen Aluminiumbezug entweder mit hohem Rezyklat Anteil oder nachgewiesener Produktion auf Basis erneuerbarer Energie. Auch wird bei den eigenen Produkten auf eine gute Rückbaubarkeit geachtet, um sauberes Recycling zu ermöglichen z.B. durch lösbare Konstruktionen, sortenreinen Einsatz von Materialien, sowie Verzicht auf Verbundwerkstoffe.

Zum Zeitpunkt des KEFF+Checks war gerade die neue Produktionshalle in Holzständerbauweise mit Holztragwerk aus Brettschichtholz realisiert, in der bereits einige ressourceneffiziente Maßnahmen umgesetzt wurden. Der Hallenbau führte bereits zur Einsparung von 156 Tonnen CO2. Mit dem Einbau von zwei Wärmepumpen die durch eigenen Strom betrieben werden, wird die Bodenplatte beheizt und bei Bedarf auch gekühlt. 

In der neuen Produktionshalle werden bis zu 270 Tonnen stranggepresste Aluminiumprofile platzsparend auf lediglich 230 Quadratmetern in 350 Gestellen gelagert, vollautomatisch bereitgestellt und ohne Staplereinsatz per Regalbediengerät ausgelagert. Es entstehen kürzere Wege, weniger manuelles Handling und ein durchgängiger Materialfluss auf kleinster Hallenfläche.

Küffner langgutlager
Das automatische Langgutlager spart wertvolle Fläche bei gleicher Kapazität

Lösung

Material

Das neue Büro- und Verwaltungsgebäude bietet Raum für 20 zeitgemäße und attraktive Arbeitsplätze. Das gesamte Gebäude mit Ausstellung und Seminarraum zur Schulung und Weiterbildung, wurde in Holz-Hybrid-Bauweise nach KfW 40 – Standard konzipiert. Für die Erholung, sowie für die persönlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter wurden Pausenräume, Kaffeeküche sowie Sanitärräume für Herren und Damen geschaffen.

Bis auf Brandwand (zur Bestandshalle) und Treppenhaus, wurden alle senkrechten Innen- und Außenwände im Holzrahmenbau mit Zellulosedämmung hergestellt. 

Als Deckenelemente wurden Spannbetondecken mit Hohlräumen und integrierter Deckenheizung aufgelegt, die im Sommer auch zur Kühlung und Klimatisierung der Büroräume über den reversiblen Betrieb der Wärmepumpen sorgt (Betonkernaktivierung zur Speicherung von Wärme und Kälte).

Küffner Bürogebäude
Die Holz-Hybrid-Bauweise braucht weniger Beton und spart CO2 ein

Als weiterer Bauabschnitt ist der Abriss eines alten Hallenteils und der Neubau mit gleicher effizienter Ausstattung wie bei den anderen Neubauten geplant.

Energie

Es wurden Batteriespeicher mit insgesamt 54 Kilowattstunden installiert, um die Eigennutzung des erzeugten PV-Stroms zu optimierten. Zudem wurden 8 Ladepunkte installiert und inzwischen 5 vollelektrische sowie 2 Plug-In-Hybrid Firmenfahrzeuge angeschafft. 

Auch die Mitarbeiter dürfen vor Ort mit dem PV-Strom vom Dach laden. Im neu gebauten Bürotrakt wurde insgesamt auf energieeffizienten Bau geachtet, die Heizung wurde mit 2 x 18 Kilowattstunden reversiblen Wärmepumpen in Kaskade realisiert. Da die Deckenelemente ebenfalls durch den reversiblen Betrieb der Wärmepumpen gekühlt werden, ist keine klassische Klimaanlage, sondern lediglich die Frischluftzuführung mit Wärmetauscher im Kreuzstrombetrieb temperiert bzw. gekühlt. 

Das Gebäudedach ist mit einer Begrünung ausgeführt zur Speicherung von Niederschlagwasser und zur Kühlung des Gebäudes. Das Retentionsdach kann bis zu 16 Liter Regenwasser pro Quadratmeter aufnehmen und zwischenspeichern.

Küffner Dach
PV und Dachbegrünung passen gut zusammen – Klimaschutz und Klimaanpassung in Einem

Die neue, punktuelle Absaugung (BAFA-gefördert) in der Produktion ist ebenfalls deutlich effizienter als die Vorgängerversion. Der neue Druckluftkompressor (BAFA-gefördert) inkl. neuer, festverbauter Druckluftleitungen (zuvor Schläuche) trägt wesentlich zu einem effizienten Betrieb und der Stromeinsparungen bei.

Die monatliche Wasserlieferung von 80 Kästen Mineralwasser wurde durch zwei Wasserspender mit Direktanschluss ersetzt, um LKW-Lieferungen zu reduzieren.

Küffner Wasserspender
Der Wasserspender in Aktion

Ergebnis

Beim Bau des neuen Holz-Hybrid-Bürogebäudes konnten ca. 150 Tonnen Beton eingespart werden. Statt mit fossilem Dämmstoffen, wurde mit dem Naturstoff Zellulose gedämmt, dadurch indirekt Erdöl und entsprechende CO2-Emissionen eingespart. Die monatliche Anlieferung der Getränkekisten per LKW wird eingespart.

Durch das hocheffiziente vollautomatisierte Hochregallager mit gleicher Kapazität wurde der Platzbedarf von einem 1.500 Quadratmeter  Standard Regal-Bodenlager auf 230 Quadratmetern Turmlager reduziert.

Durch den Ausbau der Eigenstromerzeugung mit insgesamt 174 Kilowatt Peak konnte der Zukauf von Strom vor dem KEFF+Check von ehemals rund 60 Megawattstunden pro Jahr auf derzeit 15 Megawattstunden pro Jahr reduziert werden. Es wird im großen Stil Eigenstrom verwendet – der Überschuss wird in das Stromnetz eingespeist. 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die strombetriebenen Wärmepumpen den bisherigen Ölverbrauch von ca. 13.500 Liter pro Jahr komplett ersetzt und der Betrieb vorwiegend mit Eigenstrom erfolgt. Ein guter Schritt in Richtung klimaneutrale Produktion in Scope 1 und 2.

Peter Bischoff

„Mit den Baumaßnahmen in den vergangenen Jahren haben wir nicht nur in Gebäude und Technik, sondern in die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens investiert, in dem sich alle Mitarbeitenden wohl fühlen sollen. Wie könnten wir von unseren Kunden, sowie deren Architekten nachhaltiges Bauen sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen verlangen, wenn wir nicht bei uns selbst anfangen würden.“

Peter Bischoff, Geschäftsführer
Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG

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Peter Bischoff

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