Engagiert EMAS umgesetzt, verbesserte Effizienz
Ressourcenverbrauch wird kontinuierlich reduziert – und damit auch die Material- und Energiekosten
Holzwerkstoffe
kg/a
Folien
t/a
Papier
kWh/a
Strom
Die Schneider Möbelwerkstätten GmbH wurde 1840 gegründet und hat ihren Sitz in Aalen-Waldhausen. Das in siebter Generation familiengeführte Unternehmen ist im Innenausbau und Möbelbau tätig. Mit 19 Beschäftigten werden individuelle Möbel, Sonderkonstruktionen sowie Verpackungs- und Einrichtungslösungen aus Holz, Metall, Glas, Kunststoff und Schaumstoff gefertigt. Schwerpunkte sind Ladenbau, gewerbliche Einrichtungen, Privatkundenprojekte sowie Nullserien und Prototypen.
Als beim Umweltschutz engagiertes Unternehmen hat Schneider Produktionsprozesse optimiert, den Holzverschnitt reduziert, Mehrwegsysteme im Versand etabliert, ein Energiemonitoring eingeführt, auf LEDs umgestellt, weitere Photovoltaik installiert, die Gebäudehülle modernisiert und die Drucklufterzeugung optimiert. Im Jahr 2025 gewann Schneider den 2. Platz beim Gipfelstürmer-Award.
Ausgangssituation
Mit großem Engagement verfolgt die Schneider GmbH ihre Umweltziele. Mit der EMAS-Zertifizierung zeigt das kleine Unternehmen bereits, welch hohen Stellenwert das Thema Umweltschutz im Haus hat. Um das System weiterzuentwickeln, wurde ein KEFF+Check vereinbart. Zum Zeitpunkt des Checks waren bereits viele Maßnahmen zum Umwelt- und Ressourcenschutz umgesetzt. Eine PV-Anlage war bereits installiert, Holzzuschnitte waren materialoptimiert, ein Lastspitzenmanagement war eingeführt und eine ressourcenoptimierte Absauganlage in der Lackiererei sparte Energie und Wasser ein. Trotzdem konnte der KEFF+Check weitere Potenziale aufdecken. Im Austausch mit der KEFF+Moderatorin wurden bei der Betriebsbegehung weitere Ansatzpunkte identifiziert. Sowohl im Produktionsprozess selbst, als auch bei den Querschnittstechnologien wie z. B. Druckluft gab es noch Optionen zur Verbesserung. Bei der Beleuchtung gab es noch Potenzial, ebenso wie bei der Gebäudehülle. Darüber hinaus wurden freie Flächen für PV identifiziert.
Lösung
Das Unternehmen nahm sich direkt einer Vielzahl der Vorschläge an. Zur Steigerung der Materialeffizienz wurden interne Abläufe im Produktionsprozess inklusive Lagerhaltung verschlankt und optimiert. Für den Kernprozess des Zuschnitts wurde in eine moderne Nesting-CNC-Fräse investiert und mit einer intelligenten Nesting-Software kombiniert.
Für den Versand von Produkten wurden wiederverwendbare Pendelbehälter entwickelt und selbst gefertigt, um Einwegverpackungen einzusparen. Zur Verbesserung der Energieeffizienz wurde ein Energiemonitoring eingeführt und die Innen- und Außenbeleuchtung auf LED umgestellt. Sowohl an der Produktionshalle als auch am Bürogebäude wurde die Fassade gedämmt und energieeffiziente Fenster eingebaut. Im Bereich der Drucklufterzeugung wurde der Druckluftkessel erneuert und Leckagen beseitigt, die bei einer Leckagenortung mittels Suchgerät entdeckt worden waren. Auf freien Flächen wurden weitere PV-Module installiert.
Darüber hinaus wurde eine CO2-Bilanz erstellt, um detailliertere Erkenntnisse zur Klimawirkung des Unternehmens zu gewinnen.
Zukünftig soll in weitere PV-Anlagen investiert und das Energiemonitoring ausgebaut werden, um detailliertere Verbrauchsanalysen durchführen zu können. Bei zukünftig neu anzuschaffenden Produktionsanlagen wird besonders auf deren Energieeffizienz geachtet. Langfristig soll die Energieautarkie erhöht und die Klimabilanz kontinuierlich verbessert werden.
Ergebnis
Das eigene Umweltengagement konnte mit dem KEFF+Check umfangreich vorangetrieben werden.
Die Umstellungen in der Produktion führten zu einer Optimierung der Materialausnutzung mit deutlich geringerem Materialverbrauch, weniger Holzabfall und geringerer Lagerhaltung und damit auch weniger Lagerverlusten. Die Einsparungen belaufen sich auf rund 1000 Quadratmeter Holzwerkstoffe pro Jahr. Durch die Umstellung auf Mehrwegsysteme im Versand der Produkte werden ca. 1 Tonne Karton und 500 Kilogramm Folien pro Jahr eingespart.
Der Stromverbrauch konnte um ca. 5000 Kilowattstunden pro Jahr reduziert werden, der Ölverbrauch für die Heizung konnte um rund 2000 Liter pro Jahr gesenkt werden.
Durch die verbesserte Ausleuchtung verbesserte sich die Arbeitssicherheit im Betrieb, die Dämmung trug wesentlich zu einer Verbesserung des Raumklimas und damit zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei.
Die spürbare Reduktion der Betriebskosten durch eingesparte Ressourcen stärkt darüber hinaus die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens.
Ansprechpartner
Schneider Möbelwerkstätten GmbH
Sebastianstraße 19/1
73432 Aalen-Waldhausen
Deutschland