Ressourceneffizienz als Wettbewerbsvorteil
Unternehmens-Apéro in Bad Krozingen setzt Impulse für eine zukunftsfähige Wirtschaft
Bad Krozingen, 6. März 2026 – Gute Gespräche, konkrete Praxisbeispiele und spürbare Aufbruchstimmung: Beim Unternehmens-Apéro im Clara-Schumann-Haus informierten sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter regionaler Unternehmen darüber, wie sie durch Ressourceneffizienz ihre Kosten senken und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderung und das Klimaschutzmanagement der Stadt Bad Krozingen gemeinsam mit den Klimapartnern Südbaden e.V.
Oberbürgermeister Volker Kieber betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung effizienter Ressourcennutzung für die wirtschaftliche Zukunft des Standorts: „Als Stadtverwaltung verstehen wir uns als verlässlicher Partner unserer ortsansässigen Betriebe und Unternehmen – durch schnelle Genehmigungen, Beratung und Vernetzung. Ressourceneffizienz ist ein entscheidender Standortfaktor: Wer Material, Wasser oder Energie spart, senkt Kosten und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit. Diese ökonomische Resilienz, verbunden mit Innovation und Effizienz, ist gerade in Zeiten globaler Krisen und volatiler Märkte entscheidend.“
Konkrete Unterstützung für Unternehmen
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Angebot der Kompetenzstelle Ressourceneffizienz (KEFF+), das Unternehmen eine kostenfreie und neutrale Analyse ihrer Effizienzpotenziale direkt im Betrieb ermöglicht. Qualifizierte Ressourceneffizienz-Experten identifizieren dabei Einsparpotenziale bei Energie, Material, Abwärme, Wasser und Produktionsprozessen und geben konkrete Handlungsempfehlungen – praxisnah und ohne Verpflichtungen.
Das Angebot steht den Unternehmen in Bad Krozingen ab sofort bis Ende April zur Verfügung. Viele der anwesenden Betriebe signalisierten bereits großes Interesse, den KEFF+Check zu nutzen, um ihre Prozesse effizienter zu gestalten und ihre wirtschaftliche Resilienz zu stärken.
Gemeinsam für eine effizientere Wirtschaft in Bad Krozingen: Effizienzmoderator Julian Möntenich (Klimapartner Südbaden e.V.), Bürgermeister Christoph Ober, Effizienzmoderator Fabian Delong, Wirtschaftsförderin Silke Eberlin, Oberbürgermeister Volker Kieber, Geschäftsführer Glas Trösch GmbH Robert Grabusic, Klimaschutzmanagerin Christine Wegner-Sänger (v.l.n.r.) Bild: Peter Herrmann
Praxisbeispiel aus Bad Krozingen
Wie Ressourceneffizienz konkret im Unternehmen umgesetzt werden kann, zeigte der Erfahrungsbericht der Glas Trösch GmbH. Das europaweit produzierende Unternehmen hat einen enormen Energieverbrauch. Allein bei der Herstellung von Floatglas wird an einem Standort pro Tag die Energiemenge benötigt, die eine Kleinstadt im Jahr verbraucht. Um am Standort in Bad Krozingen-Schmidhofen konkurrenzfähig zur Produktion im Ausland zu bleiben, ist – bei nachteiligen Personalkosten – eine höhere Energieeffizienz sowohl Notwendigkeit als auch Chance. Glas Trösch arbeitet deshalb kontinuierlich an Prozessoptimierungen. Ergänzend sieht Geschäftsführer Robert Grabusic das Angebot der Kompetenzstelle als Bereicherung und berichtete von den positiven Erfahrungen mit dem KEFF-Check: „Der KEFF-Check war für uns ein entscheidender Impuls, um unsere Energieeffizienz strukturiert weiterzuentwickeln. Wir konnten mehrere Empfehlungen direkt umsetzen und haben dadurch sowohl Kosten gespart als auch unsere Nachhaltigkeitsziele vorangebracht.“ Besonders hilfreich sei der unabhängige Blick der Effizienzmoderatoren gewesen: „Viele Maßnahmen rechnen sich schneller als gedacht – KEFF zeigt, wo man anfangen sollte.“
Das Unternehmen plant nun bereits den nächsten Schritt: „Jetzt gehen wir konsequent den nächsten Schritt und nutzen den KEFF+Check, um weitere Potenziale zu erschließen und unsere Maßnahmen langfristig zu verankern.“ Beim KEFF+Check werden neben der Energieeffizienz auch Potenziale der Materialeinsparung betrachtet.
Gemeinsam für einen starken Wirtschaftsstandort
Beim anschließenden Austausch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich über Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze auszutauschen. Die Veranstaltung machte deutlich: Ressourceneffizienz wird zunehmend zu einem zentralen Baustein für wirtschaftlichen Erfolg, Innovation und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.
Über die Klimapartner Südbaden
Die Klimapartner Südbaden sind das größte Transformationsnetzwerk der Region. Mit über 140 Organisationen aus Wirtschaft, Kommunen und Forschung initiieren und ermöglichen sie Projekte, gewinnen Fördermittel für die Region und verschaffen dem Wirtschaftsstandort Südbaden im Bereich Energie und Klimaschutz politisches Gehör. Seit der Gründung 2010 wurden über 20 Projekte koordiniert und mehr als 50 Millionen Euro Fördermittel für die Region gewonnen. Mit Regierungspräsident Carsten Gabbert als Vereinspräsident und Umweltministerin Thekla Walker als Schirmherrin reicht die politische Verankerung von Freiburg bis Stuttgart.
Über KEFF+
Die Kompetenzstelle Ressourceneffizienz (KEFF+) Südlicher Oberrhein ist die regionale Anlaufstelle für Material- und Energieeffizienz. Mit unabhängiger und neutraler Expertenhilfe unterstützt die KEFF+ verarbeitende Unternehmen in Südbaden dabei, ihre Ressourceneffizienz zu steigern. Dafür gibt es Fachveranstaltungen, Netzwerkarbeit und individuelle Begleitung in den Produktionsbereichen der Unternehmen. Das Angebot richtet sich an KMU und ist – dank Förderung von Land und EU sowie Kofinanzierung der Klimapartner Südbaden – für Unternehmen kostenfrei. Die Kompetenzstelle Ressourceneffizienz (KEFF+) Südlicher Oberrhein wird durch ein Konsortium aus Klimapartner Südbaden e.V., der IHK Südlicher Oberrhein und der Energieagentur Regio Freiburg betrieben.