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KEFF+Check bei der Schwarz Gruppe in Dornstetten

Ressourceneffizienz in der betrieblichen Wasseraufbereitung

Die Schwarz Gruppe ist ein traditionsreiches mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Dornstetten und vereint die Schwarz Apparate- und Behälterbau GmbH, die Schwarz Systems GmbH und die AMP GmbH. Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1923 zurück. Heute umfasst das Leistungsspektrum unter anderem Apparate-, Behälter- und Anlagenbau, Rohr- und Blechtechnik sowie Engineering, Großteilebearbeitung und Oberflächentechnik. Gefertigt werden beispielsweise Behälter, Tanks, Reaktoren, Prozessanlagen und Vakuumkammern für unterschiedliche industrielle Anwendungen.

KEFF+Check: auf Bestehendem aufbauen

Beim kostenlosen KEFF+Check wurde der Betrieb ganzheitlich unter Gesichtspunkten der Energie- und Materialeffizienz betrachtet. Themen waren unter anderem Stromversorgung und Photovoltaik, Wärmeversorgung und Gebäudehülle, Druckluft und Beleuchtung, Material- und Abfallströme sowie die betriebliche Wassernutzung. Dabei zeigte sich, dass Schwarz bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt hat. Auf den Gebäuden befinden sich Photovoltaikanlagen mit insgesamt rund 800 Kilowatt Peak installierter Leistung. Die neue Halle aus dem Jahr 2022 wird mit zwei Wärmepumpen über eine Fußbodenheizung versorgt. Auch bei der Drucklufterzeugung wurde bereits optimiert: Die Kompressoren sind weitgehend auf Frequenzregelung umgestellt. Im Materialbereich werden insbesondere die eingesetzten Metalle und Stähle bereits in sehr hohem Umfang recycelt.

Darauf aufbauend setzt nun der KEFF+Check an. Dabei ist die Frage zentral, wo ein Unternehmen auf seinem bisherigen Weg weitere wirtschaftlich und technisch sinnvolle Effizienzpotenziale erschließen kann. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet der kostenfreie und unverbindliche Check einen niedrigschwelligen Einstieg. Neben konkreten Handlungsempfehlungen erhalten die Unternehmen Hinweise auf geeignete Fördermöglichkeiten für die weitere Umsetzung.

KEFF+Check: weitere Potenziale 

Aus dem Check ergeben sich mehrere Ansatzpunkte für die weitere Entwicklung. Im Materialbereich könnte beispielsweise geprüft werden, ob eine Aufbereitung und Wiederverwendung von Schmierstoffemulsionen technisch und unter Berücksichtigung der Qualitätsanforderungen möglich ist. Im Energiebereich bestehen Potenziale bei der weiteren Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, bei der energetischen Ertüchtigung älterer Gebäudehüllen sowie bei der Nutzung vorhandener Wärmepumpenkapazitäten für weitere Gebäudebereiche. 

Ein besonders interessantes Potenzial wurde jedoch bei der betrieblichen Wassernutzung identifiziert. Heute werden am Standort jährlich rund 2.254 Kubikmeter Frischwasser benötigt. Davon entfallen rund 1.200 Kubikmeter pro Jahr auf die Druckprüfung, während im Beiz- und Spülbereich etwa 800 Kubikmeter Prozess- beziehungsweise Spülwasser anfallen. Dieses Wasser wird bislang alkalisch neutralisiert und anschließend in das Abwassersystem eingeleitet. Damit folgt die heutige Wasserführung im Wesentlichen noch einem linearen Prinzip.

Die im KEFF+Check besprochene Projektidee setzt hier an. Vorgesehen ist ein weitgehend geschlossener, qualitätsabhängiger Wasserkreislauf, in dem Prozesswasser aufbereitet und anschließend mehrfach genutzt wird. Kern des Konzepts ist die Aufbereitung des Wassers aus dem Beiz- und Spülprozess mittels Vakuumdestillation. Nach den bisherigen Versuchen könnten dabei rund 92 bis 93 Prozent des Wassers zurückgewonnen werden.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Wasseraufbereitung selbst, sondern die geplante Kaskadennutzung. Das aufbereitete Wasser soll zunächst dort eingesetzt werden, wo eine hohe Wasserqualität erforderlich ist – beispielsweise bei Druckprüfungen und geeigneten Reinraumanwendungen. Danach wird es erneut aufgefangen und für den Beiz- und Spülprozess genutzt, bevor es wiederum der Aufbereitung zugeführt wird. Zusätzlich soll Regenwasser von einer nutzbaren Dachfläche von rund 1.500 Quadratmeter gesammelt werden. Ziel ist, einen bislang weitgehend linearen Wasserverbrauch in einen betrieblichen Kreislauf zu überführen und dieselbe Ressource, abhängig von ihrer Qualität, mehrfach produktiv einzusetzen.

Vom KEFF+Check zur Umsetzung: InvestRE als nächster Schritt

Die technische Auslegung und einzelne Kostenpositionen der Wasserkreislaufführung befinden sich aktuell noch in der Konkretisierung.

Als nächster Schritt soll daher geprüft werden, ob das Vorhaben die Voraussetzungen des aktuellen Förderaufrufs InvestRE – Förderung von Investitionen zur Ressourceneffizienz erfüllt. Das Programm des Landes Baden-Württemberg richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen und unterstützt investive Maßnahmen zur Ressourcenschonung und Steigerung der Ressourceneffizienz. Im Förderaufruf vom 17. Februar 2026 sind Zuschüsse von bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben vorgesehen. Die endgültige Förderfähigkeit des konkreten Vorhabens ist im Antragsverfahren zu prüfen. KEFF+ und die Schwarz Gruppe bleiben hierzu im Austausch.

Damit steht am Ende des KEFF+Checks nicht nur eine Liste möglicher Effizienzmaßnahmen, sondern mit der Wasserkreislaufführung bereits ein konkretes Projekt mit erheblichem Ressourceneffizienzpotenzial. Nun gilt es, die Förderfähigkeit und die technische Umsetzung im Detail zu prüfen. Für den geplanten InvestRE-Antrag drücken wir die Daumen.

 

 

Geschäftsführer Martin Schwarz mit den KEFF+Moderatorinnen der Region Nordwschwarzwald
Geschäftsführer Martin Schwarz mit den KEFF+Moderatorinnen der Region Nordwschwarzwald Janica Bortloff und Melina Wößner
Autor: Janica Bortloff
Quelle: KEFF+Region Nordschwarzwald